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Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

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Akzeptanz-Untersuchung zur Gesundheitskarten-Einführung (AUGE) PDF E-Mail
Akzeptanz-Untersuchung zur Gesundheitskarten-Einführung (AUGE)
– Vorbericht zu einer Ärztebefragung auf der MEDICA 2004


Nicole Ernstmann 1 , Holger Pfaff 1 , Viktor Krön 2 , Robert Schäfer 2
1 Zentrum für Versorgungsforschung Köln (ZVFK), Sprecher Prof. Dr. Holger Pfaff,
Medizinische Fakultät der Universität zu Köln
2 Ärztekammer Nordrhein



Die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufeausweises zum Beginn des Jahres 2006 wirft eine Vielzahl von Fragen auf, die Erwartungen und mögliche Akzeptanz der Benutzer, d. h. der Ärzte und Patienten, betreffen. Derzeit besteht überwiegend Unkenntnis über Probleme, Vorstellungen und den Wissenstand der Patienten und Ärzte. Annahme und Nutzung des Systems durch Ärzte und Patienten entscheiden jedoch maßgeblich über den Erfolg dieser Implementation.

Das Zentrum für Versorgungsforschung Köln (ZVFK) wurde von der Ärztekammer Nordrhein beauftragt, ein Instrument zur Messung der Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte und des elektronischen Rezepts unter Ärzten zu entwickeln und im Rahmen einer Befragung auf der MEDICA 2004 einzusetzen. Ziele und Methodik der Untersuchung sowie ein erstes Stimmungsbild sollen im Folgenden beschrieben werden.

Ziele der Untersuchung

Die Auswertungen der auf der MEDICA erhobenen Daten werden dazu beitragen, das vorhandene Wissensdefizit zu den Wünschen, Vorstellungen und Vorbehalten der Ärzte hinsichtlich der elektronischen Gesundheitskarte zu beheben. Werden Vorteile und Nutzen der Gesundheitskarte wahrgenommen? Welche Faktoren nehmen maßgeblich Einfluss auf die Beurteilung der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und des elektronischen Rezepts? Fühlen sich die Ärzte in den Prozess der Festlegung der Aufgaben der elektronischen Gesundheitskarte einbezogen? Können sie sich vorstellen, dass der Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte in die Arbeitsabläufe ihrer Praxis passt? Oder fürchten sie sich vor zusätzlichen Kosten und Zeitaufwand für Schulungsmaßnahmen? Ärzte welcher Fachrichtung zeigen sich dem Thema gegenüber eher aufgeschlossen? Diese und viele weitere Fragen werden sich beantworten lassen.

Methode

Der Fragebogen wurde auf der Basis international validierter Technologie-Akzeptanz-Modelle entwickelt. Diese Modelle und deren einzelne Konstrukte wurden in einem ersten Schritt an die konkreten Inhalte der elektronischen Gesundheitskarte, wie sie vom Gesetzgeber in § 291a SGB V gefordert, in der bIT4health Rahmenarchitektur skizziert und von der Selbstverwaltung ausformuliert wurden, angepasst. Hieraus wurde ein erster Fragebogen (s. Abbildung 1) entwickelt, der zusätzlich spezielle Fragen zum elektronischen Rezept und zur ausgeübten ärztlichen Tätigkeit im Kontext des klinischen Alltags enthält.

Im Rahmen einer qualitativen Voruntersuchung wurden in zwei Fokusgruppendiskussionen mit Telematik-Experten und niedergelassenen Ärzten nach einem initialen Brainstorming die relevanten Technologie-Akzeptanz-Modelle sowie die einzelnen Konstrukte der Theorien vorgestellt. In beiden Gruppen wurden die prototypischen Fragen daraufhin sowohl von den Experten als auch von den Ärzten kritisch geprüft. Schließlich wurde die Themensammlung des Brainstormings aufgegriffen, um die Fragen um die eingangs gesammelten Inhalte zu ergänzen. Aus den Erkenntnissen der beiden Fokusgruppen wurde eine überarbeitete Version des Fragebogens erstellt. Es folgten Interviews mit niedergelassenen sowie im Krankenhaus praktizierenden Ärzten, in denen der Fragebogen schrittweise mittels der kognitiven Methode des Think-aloud-Interviews überarbeitet wurde, bis die Endversion des Fragebogens feststand. Diese enthält insgesamt 45 geschlossene Fragen mit fünfstufigen Antwortskalen, sowie ergänzend 17 teils offene Fragen.

Mittels dieses Fragebogens wurden im Rahmen der MEDICA 2004 insgesamt 243 in Deutschland tätige Ärzte zu ihrer Einstellung hinsichtlich der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte befragt. Dies geschah in persönlichen face-to-face-Interviews durch geschulte Interviewer des ZVFK, gleichzeitig konnte die schriftliche Version des Fragebogens evaluiert werden.

Erste Eindrücke

Die statistischen Analysen der Ergebnisse der Untersuchung stehen derzeit noch aus. Worauf an dieser Stelle zurückgegriffen werden kann, sind die Eindrücke und das Stimmungsbild, die sich weitgehend mit den Ergebnissen der qualitativen Voruntersuchung decken: Vor allem scheint es an Wissen über die Möglichkeiten der Telematik und die Aufgaben der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises zu fehlen. Welche Daten können wo und wie gespeichert? Wer hat Einsicht in die elektronisch gespeicherten Daten? Welche Auswertungen können vorgenommen werden? Die Unkenntnis dieser Sachverhalte führt zu Unsicherheit, Vorbehalten oder sogar Ablehnung. Einige Ärzte zeigen sich dem Thema gegenüber aufgeschlossen, viele Ärzte scheinen jedoch von Schlagworten wie „gläserner Patient“ oder „übermäßiger Kontrolle“ beeindruckt. Befürchtungen bezüglich zusätzlichen Arbeitsaufwandes wurden vor allem bei der Erstellung elektronischer Rezepte selbst und des notwendigen Aufklärungsbedarfes gegenüber dem Patienten im Routinealltag geäußert.

Fazit

Wenngleich die Ergebnisse der Befragung auf einer selektiven Fachmessen-Stichprobe beruhen, werden sich wichtige Hinweise auf konkreten Handlungsbedarf ableiten lassen. Das Scheitern großer anderer IT-Projekte in den vergangenen Jahren hat deutlich gemacht, wie notwendig es ist, die Perspektive der Nutzer zur Kenntnis zu nehmen. BMGS, Selbstverwaltung und Industrie werden gut beraten sein, die Patienten und ihre Ärzte in die zukünftigen Entwicklungs- und Einführungsschritte der elektronischen Gesundheitskarte einzubeziehen, um eine erfolgreiche Implementation zu ermöglichen.


Kontakt
Nicole Ernstmann
ZVFK
Zentrum für
Versorgungsforschung Köln
Eupener Str. 129
50933 Köln
Tel.: 02 21/4 78 97-106
Fax: 02 21/4 78 97-118
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