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Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

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Hamburger Impulse für Gesundheitstelematik PDF E-Mail
Einbettung der Gesundheitstelematik in politisches und ministerielles Handeln

Dorothee Dengler
Behörde für Wissenschaft und Gesundheit (BWG), Patientenschutz und Sicherheit in der Medizin



Der Hamburger Senat formulierte 2002 mit dem Leitbild „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“ eine neue und langfristig tragende Vision. Ein Handlungskonzept für ein Cluster Life Science, das in diesem Kontext erarbeit wurde, identifizierte die Telemedizin/ Telematik als ein zukunftsfähiges Themenfeld der strategischen Entwicklung in der Hansestadt. Vertreter der Freien und Hansestadt Hamburg waren hier schon früh auch auf Bundesebene initiativ geworden. So hatten sie beispielsweise die Befassung der Gesundheitsministerkonferenz mit den Vorteilen einer breiten Nutzung der Technologien des Informations- und Kommunikationssektors auch für den Gesundheitssektor veranlasst.

Neben diesem auch heute noch aktuellen Engagement in bundesweiten Gremien steht der Auf- und Ausbau von lebendigen Strukturen in Hamburg zur Vermittlung der Potenziale der Gesundheitstelematik im Zentrum der Aktivitäten der federführenden Behörde für Wissenschaft und Gesundheit (BWG). Zu diesem Zweck wurde 2001 der Verein Hamburger Gesundheit e.V. gegründet, dessen ersten Vorsitzenden die BWG seither stellt. Zusammen mit den Partnern einigte man sich hier auf Zielsetzungen für Gesundheitstelematikvorhaben, die auf Stärkung der Patientinnen und Patienten und Qualitätsverbesserung der medizinischen Versorgung fokussiert sind.

Die Integration des Schwerpunktes Telemedizin/ Telematik in die Verbraucherschutzabteilung der BWG erleichterte die Annäherung aus einem nutzerorientierten Blickwinkel. Hier wird der Förderung der Akzeptanz der Gesundheitstelematik durch Vorbereitung der Handelnden auf die anstehenden Entwicklungen mit Hilfe von praktischen Projekten hohe Priorität eingeräumt. Die Freie und Hansestadt Hamburg unterstützt damit die Selbstverwaltung bei ihrer vom Gesetzgeber formulierten komplexen Aufgabe, eine interoperable und kompatible Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur (Telematikinfrastruktur) zu schaffen. Diese Struktur soll nach Überzeugung der BWG so kommuniziert und ausgestaltet werden soll, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Patientinnen und Patienten, eigenverantwortlich urteilen und sie selbstbestimmt für ihre Belange einsetzen können.

Hierfür sollen auch weiterhin Initiativen gestartet und die vorhandenen treibenden Kräfte aus der Gesundheitsversorgung vor Ort aufgenommen und unterstützt werden. Trotz der noch nicht im erforderlichen Detaillierungsgrad festgelegten bundesweiten Rahmenbedingungen kann so Neues in Hamburg entwickelt und eingesetzt werden. Instrumente wie die elektronische Gesundheitskarte und der elektronische Heilberufsausweis können dann zu gegebener Zeit in die vorbereitete, flexible und engmaschige Vernetzung innerhalb der Gesundheitsmetropole Hamburg eingeführt und zur Weiterentwicklung der bereits etablierten sinnvollen Anwendungen genutzt werden.

Vorteile der Akzeptanzförderung mittels Nutzerorientierung

Die Perspektive der zukünftigen Nutzer der Gesundheitstelematik – der Versicherten und der beruflich im Gesundheitssektor Engagierten – wurde bei allen Aktivitäten in diesem Feld in den Vordergrund gestellt. Ein Vorgehen, das sich auch im Hinblick auf die Entfaltung des Nutzenpotenzials der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland als sinnvoll erweist. Die jetzt geschaffenen gesetzlichen Vorgaben für den Einsatz dieses „Werkzeuges“ einer Gesundheitstelematikinfrastruktur, erlauben sowohl für die Versicherten als auch für die Heilberufler in Deutschland Freiräume bei der Nutzung der technischen Möglichkeiten. Versicherte beispielsweise können sich dafür entscheiden, in Zukunft lediglich den administrativen Teil der Karte einzusetzen. Alle übrigen versorgungsrelevanten Gesundheitstelematikanwendungen sind für sie freiwillig. Die Chancen für die Patienten bestehen beispielsweise darin in Zukunft Einblick in eigene Daten zu nehmen, diese weiterbehandelnden Ärzten ohne großen Aufwand zur Verfügung zu stellen und damit auch in der Rolle als Kommunikationsträger und Informationssammler entlastet zu werden. Die Kombination des Rechtes zur informationellen Selbstbestimmung mit den Potenzialen der Gesundheitstelematik eröffnet so für Patienten eine Verbesserung der Steuerungsmöglichkeit der sie betreffenden Informationsablaufe.

Ein wenig anders stellt sich die Situation bei den professionellen Akteuren dar. Der Einsatz der Karten ist für sie Pflicht im Hinblick auf deren administrativen Einsatz und das elektronische Rezept. Es ergeben sich aber aus diesen Vorgaben nicht zwangsläufig die Vielfalt der Möglichkeiten organisatorische und klinische Vorteile der Gesundheitstelematik im Arbeitsalltag wirken zu lassen. Die Entfaltung nützlicher Effekte wird gefördert, indem positive Auswirkungen auf bekannte Arbeitsabläufe transportiert und der Zuwachs an Qualität im Arbeitsalltag dargestellt werden. Selbst gesammelte Erfahrungen oder die von Kollegen geschilderten haben hier deutlich mehr Gewicht als die Beschreibung der technischen Möglichkeiten. Für die meisten Anwender wird nicht die Gesundheitstelematik per se interessant sein, sondern wie sie ihren Alltag und ihre Kommunikationsprozesse erleichtert und unterstützt. Ein Verzicht auf ihre Chancen durch Unkenntnis derselben, durch zu hohe technische Hürden, unnötige Befürchtungen oder schlechte Erfahrungen mit nicht ausgereiften Systemen könnte bewirken, dass diese Gegenwartstechnologie in ihrem neuen Anwendungsfeld Gesundheitssektor weit unter ihren Möglichkeiten bleibt.

Projekte der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit

Die folgende Auswahl von vier Gesundheitstelematikprojekten der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit in Hamburg ist geeignet, die praktische Umsetzung der beschriebenen Strategie zu verdeutlichen. Die aufgeführten Vorhaben und auch weitere Projekte werden in der Gesundheitstelematikdatenbank des Bundes und der Länder „Tela“ und auf den Seiten der Freien und Hansestadt Hamburg ausführlicher vorgestellt (www.hamburg.de).

1. Demonstrationsvorhaben Brustkrebs

Im Rahmen dieses bereits abgeschossenen Vorhabens wurde die elektronische Vernetzung von Leistungserbringern aus der Versorgungskette von Brustkrebspatientinnen durch ein neu implementiertes, inzwischen multidisziplinär eingesetztes Kommunikations-Netz angestoßen. Außerdem wurde durch die Projektverantwortlichen des Demonstrationsvorhabens Brustkrebs ein Umsetzungskonzept für eine „Offensive Qualität“ erarbeitet. Sie soll der transparenten Darstellung vorhandener Qualität bei der Versorgung von Brustkrebspatientinnen in Hamburg dienen. Das Konzept wird derzeit unter der Ägide des Vereins Hamburger Gesundheit e.V. projektartig umgesetzt und weiter unten detailliert beschrieben.

2. SEAMAN: Süderelbe Entlassungs- und Aufnahmemanagement

Beim Übergang der Patienten vom ambulanten in den stationären Sektor und umgekehrt ergeben sich eine Reihe von Problemen (z.B. Informationsverlust), die durch Optimierung der Arbeitsabläufe und Verbesserung der Kommunikation optimiert werden sollen. Die Entwicklung und die Erprobung der telematischen Unterstützung dieses Überleitungsmanagements sind Gegenstand des noch laufenden Projektes. Nach einer Bestandsanalyse der bisherigen Überleitungsprozesse wurden von den Projektpartnern gemeinsame Ziele für das Aufnahme- und Entlassungsmanagement formuliert. Auf dieser Grundlage wurden Ablaufpläne für die Dokumentation aus Sicht der jeweils Beteiligten (Hausarzt, Pflege, KH) entwickelt. Derzeit werden standardisierte und elektronisch verarbeitbare Dokumente für die Aufnahme und Entlassung des Patienten erprobt. An Hand der vielfältigen praktischen Erfahrungen innerhalb des Projektes, sollen Mulitplikatoren gewonnen und Vorschläge zur langfristigen Etablierung eines erfolgreichen „Aufnahme- und Entlassungsmanagements von Krankenhauspatientinnen und -patienten“ in Hamburg unter Einbeziehung der Pharmakotherapie entwickelt werden.

3. AK-TEL: Gutachten zur Akzeptanz der Gesundheitstelematik in der medizinischen Versorgung Hamburgs

Gegenstand dieses kürzlich abgeschlossenen Gutachtens ist eine Analyse fördernder und hemmender Mechanismen der Gesundheitstelematikeinführung in verschiedenen Sektoren, Berufsgruppen (Bsp. Dokumentare, Apotheker, MTA etc.) und ärztlichen Disziplinen der Gesundheitsversorgung Hamburgs. Ziel war es, ein noch differenzierteres Bild über sinnvolle weitere Maßnahmen zur Optimierung der Akzeptanz von Gesundheitstelematikanwendungen zu entwickeln. Die eingebettete empirische Untersuchung diente u.a. dazu treibende Kräfte für weitere Akzeptanzförderung aufzuspüren und ein damit zukünftige Handlungsfelder zu identifizieren.

4. Health@Home

Ziel dieses im Frühjahr 2005 gestarteten multidisziplinären Vorhabens ist es, Wege zur Verbesserung der Medikamenten-Compliance mit Hilfe von Gesundheitstelematik aufzuzeigen. Bei einer geeigneten Zielgruppe (insbesondere Patienten mit Herzinsuffizienz und Bluthochdruck) soll durch die Vermeidung von Dekompensationsepisoden und der dadurch verursachten Folgekosten das Potenzial sowohl zur Kosteneinsparung als auch zur Lebensqualitätsverbesserung aufgezeigt werden. Mit Hilfe von eHealth wird damit ein Beitrag zur Erfüllung des Wunsches vieler älterer und/oder chronisch kranker Menschen geleistet; dem Wunsch nach einem langen Verbleib in einer vertrauten häuslichen Umgebung mit einer adäquaten medizinischen Versorgung.

Verein Hamburger Gesundheit e.V.

Seitdem der gemeinnützige Verein vor vier Jahren von führenden Vertretern des Hamburgischen Gesundheitssektors gegründet wurde, verfolgt er das Ziel, den Einsatz von Telematikanwendungen im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund der folgenden übergeordneter Ziele zu fördern:

  • die Verbesserung der Qualität der gesundheitlichen Versorgung,
  • die Stärkung der Patientinnen und Patienten im Leistungsgeschehen und
  • die bessere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung unter Berücksichtigung von Wirksamkeit und Kostengünstigkeit in der Metropolregion Hamburg.


Der Verein und seine Veranstaltungsreihe dient als zentrale und lebendige Plattform zum Austausch über die vielfältigen Telematikanwendungen in Hamburg. Im Rahmen dieses „Dialog eHealth“, der ein sehr heterogenes Publikum anspricht, präsentiert sich das ganze Spektrum der Gesundheitstelematik in der Hansestadt. Sowohl der bereits etablierte, routinemäßige Einsatz von Anwendungen in Kliniken als auch innovative Projekte aus Unternehmen stellten sich in der Vergangenheit vor. Das Jahresprogramm wird durch Präsentationen zu aktuellen Themen wie der elektronischen Gesundheitskarte oder auf spezifische Zielgruppen zugeschnittene Veranstaltungen beispielsweise „Chancen, Risiken und Nebenwirkungen von eHealth für Patientinnen und Patienten“ abgerundet.

Ein regelmäßiger Infobrief informiert über aktuelle Entwicklungen der Gesundheitstelematik und Projekte des Vereins wie das im Anschluss beschriebene „Offensive Qualität“.

Das Projekt „Offensive Qualität“

Für Patientinnen, die an Erkrankungen der Brust leiden, besteht ein hohes Interesse, einen Überblick über die Qualität der medizinischen Versorgung zu gewinnen, sie nachvollziehen zu können und sie in Anspruch zu nehmen. Der Verein Hamburger Gesundheit e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die vorhandene Qualität der medizinischen Versorgung für diese Patientinnen und Patienten, übersichtlicher zu gestalten.

Die Bereitschaft der Leistungserbringer zur Patientenorientierung, der Teilnahme an einem telematisch ausgerichteten Netz mit hoher technischer Sicherheit und zur Vorlage von Qualitätsnachweisen, wird für die Interessierten transparent gemacht werden. Die Bedeutung vorgelegter Zertifikate wird in eine patientenverständliche Sprache übersetzt werden.

Vorteil des Projektes für die teilnehmenden Heilberufler ist insbesondere, dass die zukünftige, umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit der „Offensive Qualität“ von ihnen mitgenutzt werden kann und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber dem Einsatz moderner Technologien für eine Verbesserung des Informationsflusses in der Versorgungskette verdeutlicht wird.

Die Initiative „Offensive Qualität“ ist auf eine langfristige Wirkung und auf eine Übertragbarkeit des Grundgedankens (Transparenz, Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit) auf andere Patientengruppen und Versorgungssysteme ausgerichtet.

Weiterführende Informationen zu den Aktivitäten des Vereins Hamburger Gesundheit e.V. und den handelnden Personen, Kontaktmöglichkeiten, aktuelle Nachrichten und interessante Links sind auf der Internetseite www.hamburgergesundheit. de eingestellt. Hier wurde auch ein Gesundheitsportal für die Menschen in Hamburg und die Projektdatenbank Tela integriert. Auch dort werden die in diesem Artikel beschriebenen Projekte genauer vorgestellt.


Kontakt
Dr. med. Dorothee Dengler

Behörde für Wissenschaft und
Gesundheit (BWG)
Patientenschutz und Sicherheit
in der Medizin
Billstrasse 80a
20539 Hamburg
Tel.: 0 40/ 4 28 37 31 71
Fax.: 0 40/ 4 27 94 85 49
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