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Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

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Telematik im Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern PDF E-Mail

Marianne Linke, Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist das Gesundheitsland Nr. 1 im Norden Deutschlands. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist ein modernes Gesundheitswesen und eine hochentwickelte Gesundheitswirtschaft.

Die flächendeckende, qualitativ hochwertige und dennoch wirtschaftliche Gesundheitsversorgung in unserem Land steht vor großen Herausforderungen. Mecklenburg-Vorpommern ist mit ca. 75 Einwohnern/km² das am dünnsten besiedelte Bundesland Deutschlands. Die Alterung der Gesellschaft, der notwendige Generationswechsel in der Ärzteschaft, weite Wege für Patienten – das sind nur einige Stichworte, die die aktuelle Problemlage beschreiben.

Die Einführung telemedizinischer Verfahren ist ein entscheidender Schlüssel, um diese Zukunftsaufgaben zu meistern. Ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Transparenz der Behandlungen von Patienten wird sich aus der partnerschaftlichen Kooperation von Krankenhäusern untereinander, mit Medizinischen Versorgungszentren, Vorsorge- und Rehaeinrichtungen und niedergelassenen Ärzten sowie Apotheken ergeben, die durch die Bereitstellung der Telematikinfrastruktur vorangetrieben wird.

Die Einführung der neuen Technik ist mit einem enormen Investitionsbedarf verbunden. Für unser Flächenland ergibt sich jedoch auch die große Chance von Einsparpotentialen im Gesundheitswesen, beispielsweise durch die Ablösung des Transports von Patienten durch den Transport der Gesundheitsinformationen für den Patienten. Zweitmeinungen und Beratungen bei Diagnostik und Therapie können schnell und kostengünstig eingeholt werden.

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum politischen Ziel gesetzt, die Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung zu fördern.

Beim Aufbau von Versorgungsketten und integrierten Versorgungsangeboten ist der Einsatz der Telematik künftig unverzichtbar und kann maßgeblich zur effizienteren und qualitativ hochwertigeren Sicherstellung der medizinischen Versorgung beitragen. Die Landesregierung fördert deshalb Modellprojekte, die diesem Ziel dienen.

Für das Projekt „Telemedizinisches Netzwerk zur Unterstützung der Tumorversorgung in der Euroregion Pomerania“ wurden beispielsweise durch das Wirtschaftsministerium Zuwendungen in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III-A ausgereicht. Die fachliche Begleitung dieses Vorhabens erfolgt durch das Sozialministerium. Durch moderne Kommunikationstechnologien, wie sie zur Verbesserung der Versorgung von Tumorpatienten in der Euroregion Pomerania seit einigen Jahren in Erprobung sind, werden neue Kooperationsformen unterstützt.

Dem InnoRegio-Netzwerk „disco – Disease Informations- und Service-Center Online“ wurden für 36 Teilprojekte insgesamt ca. 11 Mio. a Fördermittel über das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt, bis zu 5 Mio a wurde Privatkapital investiert. Das Projekt entwickelt und erprobt patientenbezogene Anwendungen der Gesundheitstelematik und wird in vielfältiger Wei se durch das Land unterstützt. Im August 2005 hat ein Modellprojekt zur regionalen Gesundheitsversorgung in Vorpommern begonnen, das federführend vom Institut für Community Medicine der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald durchgeführt wird. Das Projekt AgnES hat nicht zufällig einen Namen, der an die beliebte Gemeindeschwester vergangener Tage erinnert. AgnES 2005 steht für „Arztentlastende gemeindenahe, e-Health-gestützte systemische Intervention“.

Im Rahmen dieses Projektes wird der Einsatz einer elektronisch vernetzten Community Medicine-Nurse erprobt. Die Community Medicine-Nurse soll besonders ältere und chronisch kranke Menschen in ländlichen Regionen zu Hause aufsuchen und unterstützen und ausdrücklich auch im Bereich der gesundheitlichen Prävention tätig werden. Durch eine telemedizinische Ausrüstung und eine Vernetzung zum behandelnden Hausarzt soll gleichzeitig ein arztentlastender Effekt erzielt werden.

Innerhalb des Projektzeitraumes ist eine Fülle von rechtlichen und logistischen Fragen zu klären. Mecklenburg-Vorpommern bringt gerade bei diesem Projekt den Mut auf, Schwieriges und Neuartiges auszuprobieren.

Ein weiteres Beispiel für neue Kooperationsformen ist das vom Land seit 2004 geförderte Projekt Gesundheitsinsel Rügen. Hierbei haben sich Ärztinnen und Ärzte der Insel Rügen mit zahlreichen anderen Akteuren zu einem Verein zusammengeschlossen. Sie wollen die Gesundheitsversorgung effektiver gestalten. Hierzu sind verschiedene Maßnahmen, z. B. ein Datennetz zwischen verschiedenen Behandlungseinrichtungen, die Errichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums oder auch ein verbessertes Notfallsystem geplant.

Zugleich sollen noch mehr attraktive Gesundheitsangebote für die zahlreichen Touristen auf der Insel Rügen geschaffen werden. Dazu werden neue Gesundheitsangebote in Zusammenarbeit mit Reha-Kliniken und Wellnesshotels entwickelt, die unter anderem das natürliche Heilmittel Rügener Kreide nutzen. Auch hierbei wird auf telematische Anwendungen zurückgegriffen.

Mit einer Fachtagung hat das Sozialministerium die „Einführung der elektronischen Gesundheitskarte“ begleitet. Sie fand unter dem Titel „Vernetzte Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern“ am 18. Januar 2005 statt und wurde von 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – Multiplikatoren aus relevanten Einrichtungen, Kammern und Verbänden des Gesundheitswesens sowie Unternehmen besucht.

Der Verein „Vernetzte Gesundheit“ führt mit Unterstützung des Landes die Aktivitäten zur Koordinierung der Projektarbeit in Mecklenburg-Vorpommern und zur Begleitung der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte fort.

Um durch gezielte Maßnahmen ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen, hat die Landesregierung einen Masterplan zur künftigen Sicherstellung der flächendeckenden ärztlichen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Dabei hat auch die Bedeutung der Telemedizin für die künftige Sicherstellung der Versorgung Eingang gefunden.

Junge Ärztinnen und Ärzte, die in Ausbildungseinrichtungen Gelegenheit zur Nutzung hochtechnologischer Einrichtungen hatten, haben ein besonderes Interesse, in Gesundheitseinrichtungen mit modernster medizintechnischer Ausstattung und elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten zu arbeiten. Der Einsatz modernster Medizintechnik und elektronischer Kommunikationseinrichtungen wird die Attraktivität unserer Kliniken, Medizinischen Versorgungszentren und Arztpraxen und damit auch für den ärztlichen Nachwuchs erhöhen.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen hochausgestattete Zentren mit anderen Kliniken oder ambulanten Zentren vernetzt werden, um durch einrichtungsübergreifende Telematikanwendungen eine höhere Effizienz und flächendeckende Qualitätssicherung in der Patientenversorgung zu erreichen. Beispielgebend ist dies bereits in drei teleradiologischen Netzen im Land realisiert worden.

Diese Vielzahl der erfolgreichen Projekte und die hohe Akzeptanz der Telematik bei den Beteiligten im Gesundheitswesen zeigen deutlich: Das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Telemedizin auf einem guten Weg!


Kontakt
Dr. Marianne Linke

Ministerin für Soziales des Landes
Mecklenburg-Vorpommern
Werderstraße 124
19055 Schwerin


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