Stimmen zum Telemedizinführer Deutschland

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Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

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E-Health in Deutschland PDF E-Mail

Eine Bestandsaufnahme aus Sicht der Wirtschaft

Pablo Mentzinis, BITKOM e.V.


Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation entfallen bis zu 40 % der Kosten im Gesundheitssektor auf Informations- und Kommunikationsverfahren. In allen anderen Branchen wie Automotive, Banken, Versicherungen, Fertigungswirtschaft, Handel, Chemie und Pharma haben sich die gemeinsame Bearbeitung und der Austausch der relevanten Geschäftsdaten über das Internet schon seit langem durchgesetzt.

Der Gesundheitssektor holt hier erst sehr langsam auf. Gerade dort, wo es um unsere Gesundheit geht, gibt es noch Papierformulare, Doppelarbeiten, Medienbrüche und sogar Fehlerquellen (etwa bei mangelhaften Dokumentationen der verschriebenen Medikamente). In vielen Fällen könnte die medizinische Behandlung einfach dadurch besser werden, dass alle Healthcare Professionals – also Krankenschwestern, niedergelassene Fachärzte, Hausärzte, Klinikärzte, Pfleger in Rehakliniken und Altenheimen über alle für sie relevanten Informationen dann verfügen können, wenn diese die Daten brauchen. Viele Signale deuten aber heute darauf hin, dass die Tage von Aktenbergen und Zettelwirtschaft auch im Gesundheitssystem gezählt sind.

Was haben wir heute? Im Wesentlichen immer noch IT-Inseln.

Nach einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nutzten 2006 über 113.000 niedergelassene Ärzte eine Praxisverwaltungssoftware. Das Spektrum dieser Softwareangebote reicht von Standardprodukten mit über 30. 000 Installationen bis hin zu selbst gestrickten Individual-Lösungen, die nur von einem einzigen niedergelassenen Arzt verwendet werden.

Ähnlich ist die Situation bei Krankenhaus- Informationssystemen: Zahlreiche verschiedene Lösungen mit stark unterschiedlichen Marktanteilen sind vertreten. Eines ist den meisten dieser Systeme leider bisher gemeinsam: Sie können Patientendaten speichern, aber ein Austausch mit anderen Systemen funktioniert allenfalls eingeschränkt. Jedenfalls nicht so, wie wir es gerade im Interesse des Patienten erwarten sollten. Für die Zukunft des Gesundheitswesens ist aber gerade dieser digitale Datenaustausch eine dringend notwendige Voraussetzung.

Bis zum flächendeckenden, sektorübergreifenden Austausch von Gesundheitsdaten haben wir noch ein gutes Stück Weg vor uns. Wir haben aber in den letzten beiden Jahren erlebt, dass viele Akteure im Gesundheitswesen nicht länger warten wollen. Elektronische Patientenakten werden von mehreren Krankenkassen erprobt und Kliniken testen eine elektronische Fallakte. Insbesondere die elektronische Fallakte soll die Dokumentation der klinischen Behandlung von der Einweisung bis zur Entlassung und auch über die Grenzen der Kliniken in einem Verbund hinweg ermöglichen.

Vorreiter dieser Entwicklung waren und sind die Krankenhäuser, Bisher verlief der Austausch von Patientendaten zwischen Arztpraxis und Klinik papiergebunden, was bei jährlich 15 Millionen Klinikeinweisungen enorme Kosten verursacht und zu Zeitverzögerungen führt. Besonders an den Wochenenden ist das Anfordern der Daten vom niedergelassenen Arzt schwierig. Die Fallakte führt die bislang bestehenden Daten-Inseln bei Ärzten und Kliniken zusammen, was zur Behandlung der Patienten notwendig ist. Der Vorteil für den Patienten liegt auf der Hand: Dieser muss seine Krankengeschichte nicht mehrfach erzählen und kann sich darauf verlassen, dass – egal ob im Krankenhaus oder in der Praxis – seine behandelnden Ärzte immer die jeweils erforderlichen Behandlungsunterlagen einsehen können.

Nach einer aktuellen Studie von SAP, lassen sich in deutschen Krankenhäusern allein durch eine moderne Verwaltung der Patientendaten 400 Millionen Euro pro Jahr einsparen; angesichts der aktuellen Diskussion um die Krankenhausfinanzierung also ein strategischer Ansatz, um die Kosten im Kliniksektor in den Griff zu bekommen. Es überrascht daher auch nicht, dass die befragten Krankenhausmanager erwarten, dass in drei Jahren 25 Prozent der Patienten eine elektronische Patientenakte besitzen werden.

Diese Entwicklung ist aus Sicht des BITKOM sinnvoll, soweit die netzbasierte Fallakte ist eine Ergänzung für die ärztliche Praxis darstellen, denn bei Fallakten ist – anders als bei der elektronischen Patientenakte – nach einer Einwilligung durch den Versicherten zu Beginn des Behandlungsprozesses die Vollständigkeit der Dokumentation gewährleistet. Die netzbasierte Fallakte dürfte daher ein wichtiges Bindeglied zwischen Gesundheitskarte und Patientenakte werden.

Die wichtigste Infrastruktur für einen besseren Informationsaustausch zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens ist und bleibt aber die Telematikinfrastruktur mit der elektronischen Gesundheitskarte. Auch wenn die Karte deutlichen Verzug hat – der Rollout sollte nach dem GKVModernisierungsgesetz von 2003 zum 01.01.2006 bundesweit abgeschlossen sein – die elektronische Gesundheitskarte ist immer noch eines der Leuchtturmprojekte der Bundesregierung. Wir können festhalten, dass die Arbeiten zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte den Schritt von der Theorie in die Praxis gemacht haben. In den Testregionen haben mittlerweile viele zehntausend Patienten eine elektronische Gesundheitskarte und können Schritt für Schritt die Mehrwerte der neuen Infrastruktur erfahren. Der Rollout der Karten in Nordrhein-Westfalen ist auf gutem Wege...

 

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Titel:
e-Health in Deutschland
Artikel ist erschienen in:
Telemedizinführer Deutschland, Ausgabe 2009
Kontakt/Autor(en):Dr. Pablo Mentzinis
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