Stimmen zum Telemedizinführer Deutschland

..."Der Telemedizinführer ist im Laufe der Jahre zu einem der Standardwerke zur Telematikentwicklung im Gesundheitswesen geworden. Wer sich über den aktuellen Entwicklungsstand in Deutschland informieren will, kommt am Telemedizinführer nicht vorbei."...
 

Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

Deutschlands unfassendstes Werk zum Thema Telemedizin, E-Health und Telematik im Gesundheitswesen

Home arrow Inhalte arrow Ausgabe 2009 arrow Aktuelle Telemedizinaktivitäten in der Türkei
Aktuelle Telemedizinaktivitäten in der Türkei PDF E-Mail

Ein Überblick der vom Türkischen Gesundheitsministerium eingeleiteten Telemedizin-Projekte in der Türkei

Dr. Aykut M. Uslu, USLU Medizininformatik, Düsseldorf
Rembrandtstr. 15
D-40237 Düsseldorf
Tel.: 0211-2304804
Fax: 0211-2304801,
eMail: aykut@uslumedizininformatik

Ahmet Özçam, Türkisches Gesundheitsministerium, Abteilung für Datenverarbeitung, Ankara
T.C. Sağlık Bakanlığı
Mithatpaşa Cad. No: 3
Sıhhıye, 06434 TR- Ankara
Tel.: +90 (312) 585 2427
Fax: +90 (312) 585 2363
eMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Einleitung

Der rasante Fortschritt in der IT-Branche eröffnet u.a. auch in der medizinischen Versorgung täglich neue Möglichkeiten. Diese wird bereits von einem Großteil der Nationen wahrgenommen und in Form von digitalen Anwendungen in der Medizin -auch als Telemedizin- umgesetzt. Demzufolge erfährt das Gesundheitswesen weltweit durch den Einsatz der IT-Anwendungen eine schnelle und innovative Entwicklung. Darin bildet die Türkei keine Ausnahme: Schon im Februar 2003 wurde durch den Erlass des türkischen Kanzleramts das Programm “e-Dönüşüm Türkiye“ (heißt so viel wie eWandlung in der Türkei) ins Leben gerufen.

Ein besonderer Bestandteil dessen ist das Teilprojekt „eSağlık“ (eGesundheit). Demnach werden die Gesundheitsdaten der Gesamtbevölkerung auf einem zentralen Informationssystem, Teletıp Merkezi (Telemedizinisches Zentrum) digital vorgehalten. Und unter Berücksichtigung von für diesen sensiblen Daten geeigneten Diskretion an berechtigten Stellen zur Verfügung gestellt. Diese dürften dann unter anderen für telemedizinische Anwendungen genutzt werden. Die Intensität und der Umfang der „eGesundheit“-Aktivitäten, die auch Nationale Gesundheits-Informationssystem genannt wird, soll weiter ausgebaut und bis Ende 2008 fertiggestellt werden.


Infrastruktur

In der Türkei bieten neben den 42 Universitätskliniken, den 308 private Krankenhäusern, den zahlreichen Militärkrankenhäusern, 800 staatlichen Krankenhäuser und 6000 Gesundheitszentren, medizinische Dienstleistungen an. Doch die Hauptlast wird von den letztgenannten Einrichtungen, die vom türkischen Gesundheitsministerium betrieben werden, getragen. Durch sie werden jährlich knapp über 400 millionen Patienten in der Türkei medizinisch versorgt. Diese staatlichen Einrichtungen (Krankenhäuser und Gesundheitszentren) liefern unterschiedliche Gesundheitsdienste. Sie reichen von der Grund- über Regel- bis hin zur Maximalversorgung. Sie alle unterstehen in erster Linie städtischen Gesundheitsämtern der jeweiligen Stadt.

Derzeit genießen Bewohner der 10 türkischen Städte die Vorzüge eines Hausarztes. Nach der Planung des Ministeriums soll diese Zahl in zwei Jahren bis auf 8facher ausgebaut werden. Somit wäre die Türkei flächendeckend mit Hausärzten versorgt.

Anzahl der Ärzte liegt um 100.000 und die der Pfleger um 120.000. Für die Gesamtbevölkerung, deren Zahl heute knapp unter 80 Millionen liegen dürfte, stehen insgesamt 22.500 Apotheken zur Verfügung.


Telemedizinische Gesundheitsdienste

Das Teilprojekt “eGesundheit” wurde zunächst im Rahmen von “Acil Eylem Planı” (Dringlichkeitsaktionsplan) innerhalb des “e-Dönüşüm Türkiye“-Projekt durch das Staatsplanungsamt eingeleitet. Einstweilen ist dessen Verantwortung an die Arbeitsgruppe „eGesundheit“ des Gesundheitsministeriums übertragen worden. Der Dringlichkeitsaktionsplan wurde als Informationssammlung-Strategie bereits mit Datum 11.07.2006, Nr. 2006/38 von der obersten Planungsbehörde verabschiedet und befindet sich seit 28.07.2006 in Kraft. Damit hat das türkische Gesundheitsministerium indirekt auch die Nutzung telemedizinischer Dienste besiegelt. Denn, eines der 4 Hauptpunkte des Teilprojektes „eGesundheit“ sieht die Implementierung von Telemedizinsystemen vor. Ihre Entstehung soll bei Verwendung modernster IT-Technologien erfolgen und auch die medizinische Bildgebung einschließen.

Durch Inbetriebnahme der ersten Teleradiologie- und Telepathologiebetrieben mit Beteiligung von 18 staatlichen Krankenhäusern (s. Abbildungen 1 und 2) nehmen die





ersten Pilotprojekte langsam Formen an. 11 von den projektinvolvierten Krankenhäusern sind Leistungsempfänger und 7 Leistungsgeber. 9 von 18 Krankenhäusern wurden mit RIS- und PACS-Systemen, jeweils 2 mit Digitalen Radiographie (DR) und Computed Radiographie Geräten ausgestattet worden. In den restlichen der hier genannten Krankenhäuser wurden Röntgenfilm-Scanner installiert. Alle vorhandene Kernspin- und Computertomographiegeräte innerhalb dieses Teleradiologie- und Telepathologiebetriebes wurden DICOM fähig umgerüstet.





Im Rahmen des Teilprojektes “eGesundheit” wird neben den Telemedizin-Projekten auch das mittelfristige Ziel “filmloses Krankenhaus“ verfolgt, welches in naher Zukunft durch zunehmender Digitalisierung der Krankenhäuser erreicht werden soll.

Ein weiteres Telemedizinprojekt ist in der verkehrstechnisch schwer zugänglichen (8 Monate des Jahres schneebedeckte Straßen) Südoststadt Van vor Kurzem in Betrieb genommen worden. Die Angestellten der städtischen Krankenhäuser Van und Bahçesaray betreiben dort mit wachsender Begeisterung Teleradiologie, Telebiochemie und Tele-EKG. In Kürze sollen Weitere folgen.

Auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung herrscht in der Türkei Fachkräftemangel. Dieses Defizit macht sich besonders in den östlichen Landesgebieten bemerkbar. Es soll durch Teleradiologie-Einsatz angeglichen werden. Dabei soll durch die verzögerungsfreie Erstellung und Zustellung der Befunde bzw. der produzierten Aufnahmen -als Nebeneffekt- auch eine Steigerung der Patientenzufriedenheit erreicht werden. U.a. die Einholung von Zweitmeinungen und Konsultation der Kollegen, die sich erst mithilfe der Telemedizin-Anwendungen schneller und komfortable gestalten lassen, dürften die Zufriedenheit der Ärzte erhöhen.


Ausblick

Für 2008 definierte weitere Ziele sind wie folgt:

  • Integration der Krankenhäuser mit radiologischem Expertenmangel an die Telemedizinprojekte
  • Kurzfristige Erweiterung des bisherigen Telemedizin-Umfanges um Tele-Schwangerschaftsablaufs-Kontrolle und Teleultraschall. Hiervon verspricht man sich eine drastische Reduzierung der Todesraten bei Säuglingen und Müttern.

 

 
< zurück   weiter >
 

ASP Authentifizierung Biometrie bIT4health Blended Healthcare CIMECS DACS DICOM e-Health E-Learning eBA EDC eEPA eFA EGA eGBR eGK eHBA eHealth EHR elektronische Gesundheitskarte elektronische Krankenakte elektronische Patientenquittung elektronische Signatur elektronischer Arztbrief elektronischer Heilberufsausweis elektronisches Rezept EPA EPR europäische Krankenversichertenkarte Fallakte gematik Gesundheitskarte Gesundheitstelematik GoITG GRID Hash HL7 HomeCare HPC iEPA IHE IMS Incident Reporting integrierte Gesundheitsversorgung integrierte Versorgung IuK KAS KIS Kryptographie LOINC Lösungsarchitektur MDD MPI MVZ NEST PACS PaSIS PDMS protego.net PVS Rahmenarchitektur RFID RIS Schnittstelle SDK Sicherheitsinfrastruktur Smart Card SNOMED SOA SQB Telekonsultation Telelearning Telematik Telematik Expertise Telematik-Infrastruktur Telemedizin Telemonitoring Verschlüsselung VHitG ZTG